Head of Mobility
Werner Linnenbrink ist Experte für zukunftsfähige Mobilität und unterstützt Verkehrsbetriebe, Städte und Kommunen bei der digitalen Transformation. Mit langjähriger Erfahrung in der Branche verbindet er strategischs Denken mit praxisnahen Lösungen.
Kategorien:
Wenn eine Stadt oder Kommune die Verkehrswende in die Hand nehmen will und dabei möglichst effizient und wirtschaftlich vorgehen möchte, führt kein Weg am Parkraummanagement vorbei.
Parkraum ist ein knappes Gut und ein teures Unterfangen. Zudem ist das Thema politisch brisant, denn eine Gemeinde kann sich schnell den Unmut der Bevölkerung zuziehen.
Parken ist kein Randthema, sondern ein Flächenproblem. Parkraum ist fast überall unterfinanziert und wird nur schwer effizient kontrolliert und gesteuert.
Ich bin Werner Linnenbrink, Head of Mobility bei highQ Computerlösungen GmbH, und führe Sie in das Thema Parkraummanagement und Parkraumbewirtschaftung ein.
Am Ende dieses Textes verstehen Sie:
All das in einem wirtschaftlichen System für die Stadtkasse, das Menschen begeistert statt verärgert und ihnen hilft, die Verkehrswende erfolgreich voranzutreiben.
Es ist kein politisches Positionspapier und auch kein Werbedokument, sondern ein Arbeitsleitfaden aus über 20 Jahren Erfahrung, der Sie unterstützen wird.
Beim Parkraummanagement geht es darum, Angebot und Nachfrage nach Parkraum zu steuern. Dazu stehen drei Optionen zur Verfügung:
Die Parkraumbewirtschaftung soll, wie der Name schon vermuten lässt, gewinnbringende Einnahmen ermöglichen.
Das geschieht durch:
Um nachfolgend Unklarheiten zu vermeiden, klären wir auch direkt den Unterschied der Rechtsdefinition von „Parkplatz“ sowie der Definitionen der drei Fachbegriffe:
In der Fachsprache wird rechtlich in drei Varianten unterschieden:
Jede dieser Varianten bringt eine etwas andere Rechtsgrundlage mit sich und sollte daher bekannt sein.
Das Management plant mit Daten und entscheidet, die Bewirtschaftung setzt um und überwacht. Damit das funktioniert, bedienen wir uns dreier Hebel zur Steuerung.
Entscheidend dafür sind drei Hebel:
Besonders die Kontrolle nach dem Rollout ist entscheidend, denn ohne Kontrolle verlieren die Regeln ihre Wirkung (Make-or-break-Faktoren) [1][2].
Ein einzelner Hebel allein wirkt allerdings nicht. Nur das Zusammenspiel aller drei Hebel verspricht Erfolg. Überwachung und Kontrolle sind dabei oftmals der Flaschenhals und müssen aktiv gemanagt und digital unterstützt werden.
highQ unterstützt Städte und Unternehmen genau dort, wo das Parkraummanagement in der Praxis oftmals scheitert: Datenbasis, Systemintegration, Betrieb, Monitoring und digitale Nutzerführung.
Moderne Parkraumüberwachung ist nicht teuer, spart dafür jedoch den größten Kostenfaktor aus: die Personalkosten für Überwachung, Verwaltung und Vollzugsmaßnahmen.
Digitale Lösungen ermöglichen es Städten und Kommunen zudem, ihre Parkraumzonen zu definieren und Daten zu erheben, die für die Stadtplanung, den ÖPNV und das Bewirtschaftungskonzept benötigt werden.
Gleichzeitig ermöglichen wir den Parkraumnutzenden ein bequemeres Parkerlebnis per App, Leitsystemen und Kennzeichenüberwachung und beeinflussen zudem ein für die städtischen Ziele zuträglicheres Parkverhalten.
All dies kommt dem kommunalen und städtischen Parkraum zugute.
Die digitale Parkraumüberwachung nutzt die digitale Erfassung von Berechtigungs- und Zahlungsdaten sowie die automatisierte Erfassung, um Verstöße effizienter festzustellen. Parallel dazu erlaubt moderne Parkraumtechnik die Automatisierung von Prozessen.
Das Ziel ist ein verlässlicher Vollzug bei knappen Ressourcen sowie nachvollziehbare Regeln statt Dauerstreit mit den Nutzergruppen des ohnehin knappen Parkraums [2][1].
Nachfolgend gebe ich Ihnen eine Übersicht an Optionen, die sich in der Praxis bewährt haben. Bitte beachten Sie dabei: Digitalisierung ersetzt keine Regeln, sie macht Regeln lediglich wirksam.
Die automatische Nummernschilderkennung, auch ANPR (Automatic Number Plate Recognition) genannt, ermöglicht einen barrierefreien Parkvorgang und eine präzise Erfassung der Parkdauer in Echtzeit.
Mithilfe von OCR-Software (Optical Character Recognition) wird das Kennzeichen durch die Kamera erfasst, codiert und dem Parkvorgang zugeordnet. Die ANPR-Technologie sorgt für eine automatisierte Zugangskontrolle, indem sie den Parkvorgang lückenlos dokumentiert.
In Verbindung mit cloudbasierten Lösungen können Städte Parkdaten nicht nur erfassen, sondern auch Daten verarbeiten und analysieren.
Es gibt zwei grundlegende Ansätze der Parkraumbewirtschaftung: das gebührenpflichtige Parken und die zugehörige Kontrolle der Höchstparkdauer.
Digitale Parkraumsysteme setzen auf ein Ökosystem verschiedener Technologien. Sie erfassen nicht nur Einfahrt und Ausfahrt, sondern gleichen auch die Zeiten nach Tarif ab oder kontrollieren die freigegebene Parkzeit.
Diese Systeme können umfassend auf verschiedene Zonen eingestellt werden. So können beispielsweise Bewohner erkannt, aber nicht reguliert werden. Besucherverkehr unterliegt dagegen den Vorgaben einer maximalen Parkzeit oder muss für das Parken bezahlen.
Auch der Lieferverkehr kann so erkannt und entsprechend gemanagt werden.
Beim schrankenlosen Parken kommen neben der Kennzeichenerkennung per Kamera auch Bodensensoren zum Einsatz, wie sie von Supermarkt- oder Discounter-Parkplätzen bekannt sind.
Beim schrankenlosen Parken kommen Sensoren, Kameras und intelligente Software zum Einsatz, um Parkplätze in Echtzeit zu überwachen. Häufig kommt diese Technologie in Free-Flow-Systemen zum Einsatz.
Free Flow ist der Ansatz, wenn sich die Parkzone beispielsweise in einem Stadtgebiet befindet, in dem Schranken nicht möglich sind oder den Verkehrsfluss zu stark beeinträchtigen würden.
Bei guter Planung und korrekter technischer Anbindung ermöglicht dies ebenfalls eine effiziente Kontrolle der Parkberechtigung und vereinfacht den Bezahlprozess.
Alle diese Systeme setzen auf die gleichen Bausteine:
In einem idealen Szenario findet eine Person über das Parkleitsystem oder noch einfacher per Mobilitäts-App eine geeignete Parkzone und schnell einen Parkplatz.
Das ANPR-System scannt das Kennzeichen und startet den Timer. Nach Ablauf der freien Parkzeit wird der Betrag berechnet. Die Person kann bis zur maximalen Parkzeit bleiben, muss jedoch ab jetzt bezahlen.
Sensoren prüfen, wann das Fahrzeug die Parkfläche verlässt, und das System stellt die Rechnung. Die Bezahlung erfolgt entweder direkt in der App via Online-Bezahldienst oder per QR-Code.
Nach Monaten stehen für das Parkareal Parkraumdaten zur Verfügung, die Raum für flexiblere Tarifmodelle nach Auslastung oder für eine notwendige Parkraumsteuerung bieten.
Die Digitalisierung ist die Zukunft. Das gilt für den ÖPNV, den Fernverkehr und eben auch für das Parken in der Stadt, in Vororten und Industriegebieten.
Parallel dazu ermöglicht die Digitalisierung trotz erster Investitionen eine langfristige Kosteneinsparung.
Kurz zusammengefasst etablieren sich durch das Parkraummanagement (und dessen Bewirtschaftung) folgende Verbesserungen:
Ganze 5 Pluspunkte für Städte und Kommunen.
Das Team von highQ steht Ihnen gerne für alle Fragen rund um die städtische Mobilitäts-App und das Parkraummanagement zur Verfügung.
In der Praxis verfolgen Städte und Kommunen mit dem Parkraummanagement folgende Ziele:
Während es beim Management darum geht, das bestmögliche Ergebnis in der Umsetzung und im Alltag zu erreichen, fokussiert sich die Bewirtschaftung auf den finanziellen Aspekt.
Parkraumkosten sind hierbei für Städte und Kommunen meist der relevanteste Punkt. Diesen schlüsseln wir zunächst auf und widmen uns dann gezielten Maßnahmen.
Auch wenn sich viele Menschen an kostenlose Parkmöglichkeiten gewöhnt haben: Parkraum kostet!
Zum einen entstehen Kosten für die Errichtung und den Unterhalt, zum anderen entstehen Kosten durch entgangene Einnahmen, wenn die Fläche alternativ genutzt würde.
Die Errichtungskosten hängen insbesondere davon ab, ob die Parkfläche ebenerdig (Straßenstellplatz, Parkplatz), ober- oder unterirdisch ist [2 & 3].
Laut Angaben des Landkreistages Baden-Württemberg können 60 bis 70 Prozent der Kommunen keinen ausgeglichenen Haushalt vorweisen [25].
Direkte Kosten für den Bau und die Errichtung von Parkmöglichkeiten aller Art sowie die Opportunitätskosten, also der Flächenwert [3, 5 & 12].
Direkte Kosten: bezeichnen die Bau- und Errichtungskosten sowie die laufenden Betriebskosten bzw. die Unterhaltskosten.
Opportunitätskosten: Das sind entgangene Nutzen gegenüber den möglichen Einnahmen, weil die Fläche nicht anders genutzt wird (beispielsweise für Gastronomie, Radinfrastruktur, Wohnbau etc.).
Nachfolgend habe ich Ihnen alle Kostenpunkte mit Vergleichswerten als Berechnungsgrundlage aufbereitet. [3, 5 & 12]
Die Kosten für die Schaffung eines neuen Stellplatzes variieren nach Bauweise massiv. Als Faustregel gilt: Je komplexer das Bauwerk, desto höher die Investition.
Öffentlicher Raum ist eine begrenzte Ressource. Wenn eine Fläche als Parkplatz genutzt wird, kann sie nicht anderweitig, beispielsweise als Wohnraum oder Grünfläche, genutzt werden. Dieser „entgangene Wert“ wird über den Bodenrichtwert berechnet.
Besonderheit bei Tiefgaragen: Da die Fläche über der Tiefgarage weiterhin für Gebäude oder Parks nutzbar bleibt, wird dieser Flächenwert für Tiefgaragenstellplätze in der Regel nicht angesetzt.
Neben den Baukosten fallen regelmäßige Ausgaben für den Betrieb und die Instandhaltung an. Hierbei unterscheidet man zwischen offenen und geschlossenen Systemen:
Straßenstellplätze (offen):
Geschlossene Anlagen (Parkhäuser und Tiefgaragen):
Die Entscheidung für Parkraum ist immer auch eine Entscheidung gegen andere urbane Nutzungen. Ein Vergleich macht deutlich, welchen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wert die Fläche alternativ generieren könnte:
Zusammengefasst ergeben sich für Kommunen in Metropolregionen folgende reale monatliche Gesamtkosten [3, 5 & 12] (inkl. Bau, Betrieb und Flächenwert) pro Stellplatz:
| Pro Stellplatztyp | Monatliche Gesamtkosten (Metropole) |
|---|---|
| Parkplatz (ebenerdig) | ~ 212 € |
| Tiefgarage | ~ 193 € |
| Straßenstellplatz | ~ 116 € |
| Parkhaus | ~ 114 € |
Hinweis: Außerhalb von Metropolen sind die Gesamtkosten (mit Ausnahme von Tiefgaragen) oft deutlich niedriger, da der Faktor Flächenwert dort weniger stark ins Gewicht fällt.
Hinter jedem Parkplatz steht ein erheblicher administrativer Aufwand. Während die baulichen Kosten oft einmalig sind, stellt das Personal eine dauerhafte Belastung für den kommunalen Haushalt dar [1 & 4].
Wie viele Überwachungskräfte (ÜK) benötigt eine Stadt? Die Praxis (z. B. in Berlin oder Stuttgart) zeigt klare Kennzahlen pro 100 Stellplätze:
Rechnet man Bruttolöhne, Teamleitung und Lohnnebenkosten zusammen, entstehen bereits bei „normaler“ Kontrolldichte zweistellige Euro-Beträge pro Stellplatz – und das jeden Monat:
Das Überwachungspersonal ist mit Abstand der größte Posten in der Bilanz. Eine beispielhafte Aufschlüsselung der monatlichen Betriebskosten pro Stellplatz zeigt:
Fazit: Die Gesamtkosten für den reinen Betrieb liegen je nach Intensität zwischen 33 € und 62 € pro Monat und Stellplatz [1, 2, 12].
Im Vergleich zur klassischen Variante haben unsere Pilotprojekte und die digitale Innovation einen klaren Kostenvorteil.
1) Hebel auf den größten Kostenblock: Da das Personal bis zu 75 % der Betriebskosten verursacht, ist hier das größte Einsparpotenzial.
2) Höhere Kontrolldichte bei gleichen Kosten: Digitale Systeme wie Scan-Cars ersetzen das Personal nicht zwangsläufig, vervielfachen aber die Effizienz. Eine Person kann pro Stunde deutlich mehr Parkvorgänge prüfen als zu Fuß [14].
3) Bessere Durchsetzung: Durch die lückenlose Erfassung sinkt die Quote der Falschparker, was die Steuerungswirkung des Parkraummanagements massiv erhöht und gleichzeitig die Einnahmeseite der Kommune stabilisiert [13, 14, 16]
Die Definitionen, Regeln und Hintergründe von Parkraummanagement und Bewirtschaftung sind damit abgedeckt. Sie wissen nun auch, welche Kosten damit verbunden sind.
Im Folgenden führe ich Sie durch den Prozess für ein erfolgreich etabliertes Parkraummanagement und gebe Ihnen einige Empfehlungen und Inspirationen für Pilotprojekte, Konzepte und weiterführende Maßnahmen.
Zusätzlich erhalten Sie Beispielberechnungen für Parkgebühren, um Ihnen die finanzielle Planung zu erleichtern.
Unterteilt werden die Maßnahmen in 10 Abschnitte:
Wir bei highQ arbeiten häufig an mehreren Abschnitten mit.
Unsere Kernbereiche sind das Daten- und Integrationskonzept, das Monitoring und die App-Anbindung mit Betriebsreporting sowie die Einnahmensicherung.
Damit das Vorhaben nicht auf einem reinen Bauchgefühl beruht, haben sich Kennzahlen etabliert, die unserer und der Meinung vieler weiterer Experten entsprechen.
Wir empfehlen daher, folgende Kennzahlen bis weit in den Regelbetrieb hinein zu überwachen:
Mit dem Ablaufplan und den zu beachtenden Kennzahlen folgt die Umsetzung. Auch hierfür habe ich Erfahrungswerte aufbereitet.
Kommunen, die früh strukturiert vorgehen, vermeiden spätere Konflikte, Fehlinvestitionen und Akzeptanzprobleme.
Die folgenden Schritte zeigen, wie Sie systematisch vorgehen und typische Fehler vermeiden – bevor sie entstehen.
Parkraum gehört dazu. Die richtige Mobilitäts-App und eine durchdachte Plattform sichern unsere Mobilität von morgen!
Vermeiden Sie eine einseitige Preisgestaltung. Zu niedrige Preise erzeugen keine Wirkung. Doch zu hohe Preise gefährden die Akzeptanz.
Ein wirksames Gebührenmodell startet nicht mit der Frage „Was kostet die Stunde?“, sondern mit Zielgebiet, Datenlage, Tariflogik und Vollzug.
Wer Preise anpasst, ohne Kontrolle und Kommunikation mitzudenken, bekommt entweder keine Wirkung (zu billig) oder keine Akzeptanz (zu hart) und beides ist vermeidbar [1][2][5].
| Kommunengröße | Ziel „Basis/Verfügbarkeit“ | Ziel „klimawirksam/lenken | Tageshöchstsatz |
|---|---|---|---|
| < 50.000 EW | 1–2 €/h | 3 €/h | mind. 10 €/Tag (Basis) / 15 €/Tag (klimawirksam) |
| ≥ 50.000 EW | mind. 4 €/h | 6 €/h | mind. 15 €/Tag (Basis) / bis 20 €/Tag (klimawirksam, Hotspots ggf. höher) |
Wirksam wird es erst, wenn Preis, Regelwerk und Kontrolle zusammenspielen.
Unsere Annahme für die schnelle Berechnung:
| Tarif Kurzzeit | Kurzzeiteinnahmen / Jahr | Bewohnerparken / Jahr | Summe / Jahr |
|---|---|---|---|
| 1,50 €/h | 21.060€ | 9.125€ | 30.185€ |
| 4,00 €/h | 56.160€ | 9.125€ | 65.285€ |
Die Kernaussage: Die Erhöhung von 1,50 € auf 4,00 € pro Stunde kann die Gesamteinnahmen im Beispielgebiet mehr als verdoppeln, ohne Änderungen am Bewohnerparken vorzunehmen. [5]
Maßgeblich für den Erfolg einer guten Parkraumbewirtschaftung ist die formale Robustheit. Prüfen Sie daher die Satzungen, Rechtsgrundlagen und formalen Anforderungen für das Bewohnerparken und die Gebühren.
Unsaubere Satzungen führen zu Widersprüchen und Verzögerungen. Parallel dazu bildet sich Spielraum für einige Betroffene, um eine Klage einzureichen.
Bewohnerparkgebiete und Parkregelungen:
Gebühren für Bewohnerparkausweise:
Ausnahmen und Ausnahmegenehmigungen:
Formfehler in der Satzung: Unklare Zuständigkeiten, Verfahren oder Logiken machen die Satzung angreifbar. Das kann zu Widersprüchen, Klagen und Verzögerungen führen.
„Soziale Staffelungen“ ohne Rechtsbasis: politisch beliebt, rechtlich riskant. Ohne klare gesetzliche Grundlage nicht zulässig. Das Bundesverwaltungsgericht hat das beim Bewohnerparken sehr deutlich gemacht.
Bewohnerparken ohne belastbare Begründung: Es braucht eine nachvollziehbare Herleitung. Ziele, Gebietszuschnitt, Parkdruck, Alternativen, Verhältnismäßigkeit usw. Ohne diese Begründung ist die Anordnung politisch und rechtlich fragil.
Ausnahmegenehmigungen als Massenlösung: Der § 46 StVO ist für Einzelfälle gedacht. Wenn Ausnahmen zur Regel werden, drohen Probleme bei Gleichbehandlung und Ermessensausübung.
Trotzdem zeigt die Erfahrung klar: In der Praxis haben Kommunen noch Spielraum.
Ein typischer Spielraum besteht bei der Gebührenhöhe beim Bewohnerparken und bei Zonenmodellen. Innerhalb der Leitplanken (Kosten und Vorteilsausgleich) ist eine Gestaltung möglich, solange die Systematik, die Gleichbehandlung und die Begründung stimmen.
Bei der Gebiets- und Zonenlogik sind Zuschnitt, Zeiten und Mischformen (Bewohner/Kurzzeit) flexibel gestaltbar, solange sie der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) entsprechen und praktisch vollziehbar sind.
Wenig bis kaum Spielraum haben wir dagegen in Sozialrabatten außerhalb des Rechtsrahmens, wenn die gesetzliche Basis fehlt. Auch wird fälschlicherweise versucht, vieles über die Satzung zu steuern, was eigentlich nicht darüber geregelt werden kann.
Satzungen ersetzen keine Rechtsgrundlagen. Wer Kompetenzen ignoriert, riskiert Vollzugsprobleme und erfolgreiche Widersprüche.
Nur wenn die Regeln feststehen und auch eingehalten werden, kann das Konzept wirksam werden. Neben Ihren Verpflichtungen einer sauberen rechtlichen Grundlage sind auch die Kontrollen dieser Verpflichtungen nötig.
Ob mit Personal, anteilig per ScanCars oder komplett digitalisiert:
Ohne konsequente Kontrolle verpufft jede Bewirtschaftung. Oftmals amortisieren sich die Investitionen in moderne Systeme auch schneller als eingeplant.
Die richtige Technik auf angemessener Infrastruktur ermöglicht optimale Ergebnisse.
Unklare Kommunikation erzeugt Widerstand, selbst bei guten Konzepten. Wer gehört wird, wird schneller Unterstützer als jene, denen ein Konzept aufgedrückt wird.
Bestehende Mobilitäts-Apps, Bildschirme in öffentlichen Verkehrsmitteln, Mediatafeln in der Innenstadt und Plakate können wirksames Marketing und Informationsgehalt passend verbinden.
Bei highQ stehen der Schutz personenbezogener Daten und der Infrastruktur an erster Stelle. Cybersicherheit, Schutz der Infrastruktur und der Schutz der Bürger sind Pflichtprogramm.
AV-Verträge (Auftragsverarbeitungsverträge) sind DSGVO-Pflicht: Ohne AV-Vertrag ist die Datenverarbeitung rechtlich nicht zulässig.
TOMs (Technische und Organisatorische Maßnahmen) beschreiben, wie Daten geschützt werden, und sind Teil des AV-Vertrages.
Eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) ist eine vertiefte Risikoanalyse, die durchgeführt werden muss, wenn eine Datenverarbeitung voraussichtlich ein hohes Risiko für die Rechte der Betroffenen darstellt.
Im Parkraumkontext kann das relevant werden, wenn:
Die DSFA prüft, ob Risiken bestehen und wie diese minimiert werden können. Sie ist nur „ggf.“ nötig – also abhängig vom konkreten System.
Wenn wir den Rollout einer ÖPNV-App, einer Mobilitätsplattform oder eines Ticketingsystems vornehmen, begleiten wir unsere Kunden in allen Belangen. Auch Sie sollten sich bei Bedarf begleiten lassen und die Begleitung der Parkenden planen:
Auch wichtig: Richten Sie klare Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger ein. Ein harter Start ohne Begleitung erzeugt unnötige Konflikte und verwässert das eigentlich positive Ergebnis.
Ohne Nachsteuerung verliert das System langfristig an Wirkung. Im Regelbetrieb erfassen Sie die Daten, sehen erste Erfolge und wo noch nachjustiert werden muss.
Parkraummanagement dient einem höheren Ziel. Hier darf wie beim MVP (Minimum Viable Product) gedacht werden. Es dient dem Zweck, eine für alle angemessene Parkraumsituation zu ermöglichen.
Dafür drehen wir durch Verbesserung und Veränderung an allen Stellschrauben. Anhand der frischen Daten wird anschließend weiter verfeinert.
Nicht jedes Quartier benötigt dieselben Instrumente. Ausschlaggebend sind der Parkdruck, die Nutzergruppen, das Zielbild und der rechtliche Rahmen.
Die folgenden drei Modelle decken 90 % des kommunalen Werkzeugkastens ab und werden mit klaren Leitplanken, Vorteilen und Risiken beschrieben.
Auf dieser Basis lassen sich Ideen für die Praxis ableiten. Daher sehe ich diesen Abschnitt als essenziell für die erfolgreiche Umsetzung an.
Bei diesem Modell werden Anwohner in Quartieren mit Parkdruck gegenüber Fremdparkern privilegiert. Die Umsetzung erfolgt je nach Zielbild als Misch-, Wechsel- oder Trennprinzip.
Dieses Konzept ist nicht geeignet, wenn der Parkdruck überwiegend durch die Anwohner selbst entsteht. Hier sind alternative Regelungen und eine klare Steuerung zielführender.
Vorteile
Nachteile
Das Bewohnerparken scheitert oft an unklarer Zonendimensionierung. Hier müssen klare Gegebenheiten vorhanden sein.
Einzelfall- oder gruppenbezogene Ausnahmen von bestehenden Parkregeln sind ein geeignetes Mittel für Mischgebiete oder unklare Verkehrsverhältnisse.
Ausnahmeregelungen sind aufwendig und nicht als flächendeckendes Steuerungsinstrument geeignet.
Vorteile
Nachteile
Ausnahmegenehmigungen kippen schnell in Ungleichbehandlung. Bei Unsicherheiten ist es am besten, Betroffene einzubeziehen, Fallstudien in Auftrag zu geben oder Umfragen zu starten.
Das Landauer Modell habe ich bereits angesprochen: Dauerparken wird für alle Nutzergruppen erlaubt, aber es ist kostenpflichtig. Ziel ist, Ordnung durch Kontingentierung statt Ausschluss zu schaffen.
Zu beachten ist, dass diese Variante kritische Ausmaße annimmt, wenn zu viele Dauerparkscheine ausgegeben werden. Wer hier aktiv werden möchte, benötigt klare Daten.
Im Zweifelsfall empfehle ich, zunächst auf ein alternatives Vorgehen zu setzen, die Daten zu sammeln und erst in einer Art Übergangsphase auf das Landauer-Modell zu wechseln, wenn die Ergebnisse fundierte Entscheidungen erlauben.
Achtung: Die Anzahl der Dauerparkscheine sollte deutlich unter der Anzahl der Parkstände gehalten werden, da sonst die Verfügbarkeit und der Umschlag schnell einbrechen.
Vorteile
Nachteile
Dauerparken scheitert oft an zu günstigen Preisen oder schlichtweg fehlendem Parkraum für die eigentliche Nachfrage. Die Parkraumerhebung gibt Einsicht in den Bedarf und ist somit eine gute Kalkulationsgrundlage.
Nicht jedes Quartier benötigt dieselben Instrumente. Ausschlaggebend sind der Parkdruck, die Nutzergruppen, das Zielbild und der rechtliche Rahmen.
Die folgenden drei Modelle decken 90 % des kommunalen Werkzeugkastens ab und werden mit klaren Leitplanken, Vorteilen und Risiken beschrieben.
Auf dieser Basis lassen sich Ideen für die Praxis ableiten. Daher sehe ich diesen Abschnitt als essenziell für die erfolgreiche Umsetzung an.
Wie stellen Sie sicher, dass alle 30 Mitarbeitenden pünktlich zur Arbeit kommen? Bieten sie lediglich 25 Stellplätze an.
Kostenlose Stellplätze wirken wie ein falscher Vorteil. Sie fördern das Pendeln mit dem Pkw, oft allein, und verschärfen den Parkdruck, obwohl die Stellplätze reale Kosten verursachen (Bau, Betrieb, Fläche).
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
Kostenloses Parken ist selten „sozial“ – oft ist es schlicht eine teure Subvention mit Verkehrswirkung. Aus wirtschaftlicher Sicht benötigen Innenstädte ausreichend Parkfläche, um kaufkräftige Kunden anzuziehen.
Dies ist besonders in Zeiten des Onlinehandels von Bedeutung. Dennoch haben sich zuletzt mehr Lebensqualität und verkehrsberuhigte Bereiche durch Park & Ride oder einen Mobility-Hub bezahlt gemacht.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
Besonders wirksam ist dieser Ansatz in Kooperation zwischen Kommune und Arbeitgeber. Die wirtschaftliche Nutzung von Parkflächen ist schnell umsetzbar. In 3 bis 8 Monaten stehen die Automaten und die Kontrollmechanismen bereit.
In der Praxis wird kostenloses Parken nicht als geldwerter Vorteil verstanden, sondern als „Normalzustand“. Entsprechend fehlt die politische und betriebliche Legitimation, etwas zu ändern.
Wenn Sie versuchen, Parkplätze zu beschränken, ohne gleichzeitig attraktive Alternativen zu schaffen, erzeugt das Widerstand statt Verlagerung.
Diese Variante hat sich aus unserem Incentivierungsprogramm Zeitmeilen im Kontext der betrieblichen Mobilität als Hidden Champion herausgestellt.
Mitarbeitende erhalten eine Kompensation, wenn sie auf einen Stellplatz verzichten. Diese kann als Auszahlung („Cash-Out“) oder als Jobticket/Mobilitätsbudget erfolgen. Das erhöht die Akzeptanz und reduziert die Stellplatznachfrage messbar.
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
In unseren Inhalten zum Thema Incentivierung referieren wir oft darüber, wie Incentivierung und Anreizsysteme eine nachhaltige Mobilität begünstigen. Viele Städte, Betriebe und Verkehrsanbieter haben die Wirkung unterschätzt und waren positiv überrascht.
In aller Regel nehmen Bürger, Geschäftstreibende und Betriebe die Umsetzung mit Anreizen gut an.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
Besonders dort, wo ein reales Potenzial für den ÖPNV, das Radfahren oder Carpooling vorhanden ist, gelingt die Umsetzung binnen eines Jahres. Jobticket-Modelle sind zudem oft schneller realisierbar als echte Auszahlungen.
Vorsicht ist dennoch geboten: Wenn der Verzicht auf den Stellplatz als Verlust empfunden wird, sinkt die Akzeptanz sofort. Oft wird das Modell eingeführt, ohne die tatsächliche Umstiegsfähigkeit zu prüfen, oder es hat zu komplexe Nachweis- oder Abrechnungsmodelle.
Preise steuern die Nachfrage. Eine gezielte Steuerung statt des Gießkannenprinzips ermöglicht viele Vorteile:
Voraussetzung dafür ist eine angemessene Preisrelation zu Parkhäusern und anderen Alternativen. Hier bieten sich die bereits genannten Zonenmodelle an.
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
Flexible Tarifmodelle haben sich im ÖPNV bereits bewährt. Kosten steuern unser Mobilitätsverhalten und Menschen passen sich, wo es geht, an, um Kosten zu sparen.
In Bezug auf Parkraum ist es wichtig, vorab ausreichend Daten zu erheben und diese zu nutzen. Parallel dazu muss je nach Situation ein Ausgleich durch ausreichend Mobilitätsangebote geschaffen werden.
Meist sind eine weitere Buslinie, eine etwas bessere Taktung oder ein kleiner Platz mit Bikesharing etc. schon genug.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
Das Konzept ist mittelfristig (12–24 Monate) umsetzbar und vor allem in Innenstädten, Hotspots und stark frequentierten Lagen sinnvoll. Der häufigste Fehler ist es, die Preise zu verändern, ohne dies mitzuteilen.
Dynamische Preise funktionieren nur, wenn sie vorhersehbar, erklärbar und kontrolliert sind.
Die Idee ist einfach: Das Parken wird so gestaltet, dass die gewünschten Alternativen attraktiver sind. Carsharing, Elektrofahrzeuge, Park+Ride oder das Parken in Kombination mit dem ÖPNV sollen angenehmer und preislich vorteilhafter sein.
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
Es hat sich immer als gute Maßnahme erwiesen, Alternativen zum Individualverkehr in der Innenstadt attraktiver zu machen. Die Menschen nehmen das Konzept schnell an und verändern ihr Mobilitätsverhalten.
Vorausgesetzt, unser Angebot stimmt:
Die Alternativen sollten alltagstauglich und nutzbar sein. Es ist wichtig, aus Sicht der Privatperson zu denken. So entsteht ein gutes und attraktives Angebot.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
An Mobilitätsknotenpunkten und als ergänzende Maßnahme in Transformationsphasen sind 6 bis 8 Monate mehr als genug für die Umsetzung.
Fehlerpotenziale liegen häufig in der Gestaltung: Rabatte werden ohne klares Ziel oder Exit-Kriterium verteilt. So entstehen dauerhafte Subventionen ohne Verlagerungseffekt.
Diese Methode ist etwas aufwendiger, aber in vielen Bereichen lukrativ. Digitale Systeme ermöglichen das Auffinden, die Reservierung und die Bezahlung von Parkgebühren, ohne dass eine lange Suche erforderlich ist.
Sensoren am Boden oder an Pollern liefern zudem Daten für Prognosen, Tarifanpassungen und Kapazitätssteuerung. Falschparker werden ebenfalls schneller identifiziert oder per Kennzeichenerkennung komplett aufwandsfrei abgerechnet.
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
Smart Citys, vernetzte Mobilität und autonomes Fahren sind die Zukunft. Und diese Zukunft braucht eine technisch optimierte Infrastruktur. Die Investitionskosten sind im Vergleich zu dieser Zukunftsvision und den dann schon erprobten und verbesserten Strukturen allemal wert.
Zudem erweisen sich die Datenmengen als wertvoll für Umweltschutz, Forschung und Entwicklung.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
Der Umsetzungsscope beträgt mittelfristig 12 bis 24 Monate, bis wirklich alles stimmt. Smart-Parking-Projekte scheitern häufig an einem Technik-Fokus ohne Prozessdenken.
Bei highQ achten wir in dieser Phase besonders auf Vollzug, Support und eine klare Nutzerführung mit ausreichendem Datenschutz.
Auch wenn die deutsche Politik und viele EU-Länder aktuell zurückrudern, so gehört die Zukunft der Mobilität den Stromern. In diesem Konzept werden Parken, Laden und Sharing kombiniert und priorisiert.
Es gibt klare Regeln und eine digitale Abrechnung. Das erleichtert den Umstieg auf E-Mobilität und fördert gleichzeitig alternative Fortbewegungsmittel.
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
Solche Umschlagplätze lassen sich wunderbar mit einem Punktesystem incentivieren, sodass das Aufladen anteilig mit der ÖPNV-Nutzung bezahlt wird. Parallel kann hier ein Hebel für mehr Elektrofahrzeuge in der Region liegen.
Anbieter von Carsharing, regionale Stromanbieter oder auch einzelne Unternehmen begrüßen solche Investitionsmöglichkeiten.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
Als Schnittstellen im Mobilitätsverhalten sind ÖPNV-Knoten, Quartiergaragen und zentrale Standorte binnen eines Jahres eingerichtet. Der größte Fallstrick ist oft die fehlende klare Priorisierungslogik: Wer darf wie lange zu welchem Preis?
Auch Missbrauch und Blockaden werden meist im guten Glauben wenig beherzigt und können dann doch zum Problem werden.
Auch hier gilt es, einen Umschlagplatz vom motorisierten Individualverkehr hin zur Nutzung alternativer Angebote und des ÖPNV zu schaffen. ÖPNV, On-Demand, Sharing, P+R, Incentives und Parken werden in einer Plattform gebündelt, digital per App vernetzt und bei Bedarf sogar incentiviert.
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
Wir nennen das highQ MobilitySuite: das Zusammenführen jeglicher Mobilitätsangebote einer Region, zentral gekoppelt und digital zur Verfügung gestellt mitsamt Schnittstellen, Apps und jederzeit erweiterbar.
In vielen Städten und Landkreisen sind diese Investitionen bis heute gewinnbringend für Menschen, Umwelt, Gewerbetreibende und die Lebensqualität vor Ort.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
Anfangs besteht ein hoher initialer Abstimmungsaufwand. Doch langfristig besteht ein großer Effizienz- und Datengewinn. Strategisch vergehen 2 bis 3 Jahre, ehe das Projekt final auf eigenen Beinen steht.
Plattformprojekte scheitern selten an der Technik, sondern an Organisations- und Governanceproblemen. Achten Sie deshalb auf die Schnittstellen, die Datenhoheit und eine präzise Rollenverteilung.
Ein weiteres Problem, über das sich fast jede Kommune beklagt, ist der Wohnraummangel. Dieser ist stark an Parkflächen gebunden, denn irgendwo muss das Fahrzeug ja abgestellt werden.
Die Idee ist einfach: Die Stellplatzpflichten werden gelockert oder gestrichen und das Parken wird in Quartiergaragen gebündelt. Das spart Baukosten und entsiegelt gleichzeitig Flächen.
Wann ist es sinnvoll?
Voraussetzungen:
Wirtschaftlichkeitsfaktoren:
Meine Erfahrungen:
Die Verlagerung der Parkmöglichkeiten in Quartiersgaragen hat einen Platz- und Planungsvorteil. Dies ist ein Schritt in eine nachhaltig bessere Parkraumsituation, wenn auch eher in Neubauarealen.
Meistens wird nicht in die Tiefe, sondern in die Höhe gebaut. In diesem Fall empfehle ich, begrünte Fassaden, Solarmodule und regenerative Energiekonzepte zu integrieren.
So wird aus Parkraum ein Platz für nachhaltige Stromerzeugung und Biodiversität.
Benötigte Zeit und Fehlerquellen:
Hier kann es schnell gehen oder bis zu drei Jahre dauern, dafür hat es aber eine große Wirkung auf den Wohnungsbau, die Flächeneffizienz und das Mobilitätsverhalten.
Es bedarf politischer Klarheit, frühzeitiger Kommunikation und der Einbindung der Bereiche Stadtentwicklung, Mobilität und Wohnungswirtschaft. Der häufigste Fehler ist die Angst vor dem Narrativ „Parkplätze werden abgeschafft“.
Planen Sie deshalb frühzeitig ein wirtschaftliches Betriebskonzept und kommunizieren Sie Absichten und positive Effekte gleichermaßen.
highQ ist ein starker Verbündeter bei der Integration von Parkraum in Mobilitätsplattformen und zugehörigen Apps.
- Steuerung und Nutzerführung zusammenführen
- White-Label-Applikationen für Apps und Interfaces
- IT-Unterstützung und Schnittstellenmanagement
Alles an einem Ort. Alles für Ihre Mobilität. Alles für ein besseres Mobilitätsverhalten.
Incentivierung und Anreizsysteme im Mobilitätsbereich sind nichts Neues. Regeln und Preise setzen den Rahmen. Anreize sorgen dafür, dass Menschen die vorhandenen Alternativen tatsächlich nutzen.
Dabei ist Incentivierung kein „Marketing“, sondern ein Akzeptanz- und Umstiegshebel, der Maßnahmen schneller wirksam macht [1].
Durch Belohnungssysteme und den Anreiz ist der Protest geringer, die Wirkung größer und eine Verhaltensänderung wird beschleunigt.
Pull-Faktoren sind Faktoren, die auf freiwilliger Basis und durch eigenes Zutun beeinflusst (pull) werden können. Dazu zählen am Parkraum verfügbare E-Bikes für die letzte Meile in die Stadtmitte, Carsharing mit E-Ladeplatz oder das Bezahlen des Parktickets mit ÖPNV-Meilen.
Push-Faktoren sind Faktoren, die uns auferlegt werden (push) und nicht unserer freien Wahl unterliegen. Parkregeln, zeitliche Begrenzungen und Parkgebühren sind Push-Faktoren. Sie werden den Nutzergruppen auferlegt.
Dank der Pull-Faktoren kann sich die Nutzergruppe eine Möglichkeit aussuchen, um die Push-Faktoren auszugleichen.
Incentives beschleunigen die Verhaltensänderung, weil sie die „erste Hürde“ senken: ausprobieren statt diskutieren. [1]
Auch erhöhen Belohnungen die Akzeptanz, da sie zeigen, dass es um Lenkung und Alternativen geht und nicht nur um Einschränkungen.
Unsere Zeitmeilen nutzen diese psychologische Tatsache, was sie für Städte, Kommunen und private Unternehmen interessant macht.
Eine Kernfrage, die Sie sich stellen dürfen, lautet: Was kostet uns das?
Incentives sind ein kleiner Kostenblock im Vergleich zu Infrastruktur oder dauerhaftem Personalaufbau – können aber die Wirksamkeit von Gebühren, Zonen und Alternativen deutlich erhöhen.
Sie werden wirtschaftlich, wenn sie den Parksuchverkehr reduzieren, den ÖPNV/Umweltverbund stärken und damit den Konflikt- und Vollzugsaufwand senken [10,12].
Wenn in einer Region bereits eine Mobilitäts-App oder -Plattform genutzt wird, lässt sich ein Prämien- und Motivationslayer wie Zeitmeilen ergänzen, ohne ein neues Inselsystem aufzubauen.
Push-Maßnahmen werden damit besser akzeptiert, weil ein Umstieg belohnt und Alternativen sichtbar gemacht werden. Die vergleichsweisen geringen Kosten für die Erweiterung sind zügig amortisiert.
Zeitmeilen setzt auf 3 Faktoren, die ich nur kurz ansprechen möchte.
Zuerst die intrinsische Motivation:
Menschen handeln, wenn sie Sinn und Fortschritt sehen. Beispiele hierfür sind CO₂-Einsparung, Vorbildfunktion oder öffentliche Anerkennung.
Dann die extrinsische Motivation:
Zuletzt kommt die Gamification:
Wenn diese Punkte beachtet werden, können Sie erste Versuche in der Praxis starten. 4 Pilotideen aus unseren jahrelangen Erfahrungen möchte ich Ihnen dafür vorstellen.
Belohnen Sie die Nutzung von Park+Ride statt des klassischen Innenstadtparkens. Vergeben Sie Punkte oder einen Rabatt beim Umstieg auf eine Alternative.
Der ÖPNV könnte beispielsweise 10 Punkte erhalten, das E-Bike oder der Scooter 5. So fördern Sie den Nutzen des ÖPNV über den Parkraum hinaus.
Prämienkampagnen, wie eine „30-Tage-Radfahr-Challenge“, flankieren den Abbau von Stellplätzen und die Anpassung von Gebühren.
Parallel dazu können Sie solche Maßnahmen an Gesundheitstage knüpfen oder weitere Angebote über Krankenkassen oder Stadtveranstaltungen entwerfen. So tun Sie der Gesundheit, der Gemeinde und der regionalen Wirtschaft etwas Gutes.
Setzen Sie auf Belohnungen für Carpooling. Besonders effektiv bei Arbeitgebern und auf Pendlerachsen lassen sich so Carsharing, Rufbusse oder Arbeitgeberinitiativen fördern.
Eine Mobilitäts-App, die an Applikationen wie BlaBlaCar angelehnt ist, aber auf Ihre Stadt oder Gewerbegebiete zugeschnitten ist, ist dafür eine schnelle und effiziente Lösung.
In der Einführungsphase ist es wichtig, den Umstieg zu erleichtern. Viele machen den Fehler, direkt mit der Umsetzung zu beginnen und Anwohner sowie Gewerbetreibende zu überraschen.
Kommunizieren und bewerben Sie daher transparent. Erklären Sie das Vorhaben und die Hintergründe und räumen Sie kleine Übergangsfristen ein.
Zeigen Sie anfangs etwas Kulanz bei Fehlern, werden Sie aber schnell strenger.
Parkraummanagement ist kein Vorhaben, das mit Beschilderung, Gebührenbeschluss und Rollout abgeschlossen ist. Vielmehr ist es ein dauerhaftes Steuerungssystem für Flächen, Mobilitätsverhalten und Akzeptanz.
Wer Parkraum nur bewirtschaftet, reagiert. Wenn Städte und Kommunen ihren Parkraum jedoch aktiv managen und verbessern, gestalten sie die Verkehrswende aktiv mit.
Dieser Leitfaden hat gezeigt:
Entscheidend ist nicht, ob ein Parkraummanagement eingeführt wird, sondern wie es gestaltet wird und mit welchen Werkzeugen und Modellen dies geschieht.
Ähnlich wie bei einem Kartenhaus entsteht erfolgreiches Parkraummanagement nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch das Zusammenspiel von fünf Faktoren:
Fehlt auch nur einer dieser Bausteine, kippt das System. Entweder wirtschaftlich, rechtlich oder gesellschaftlich. Oft sogar in allen drei Bereichen parallel.
Parkraummanagement scheitert selten am Willen, sondern fast immer an fehlender Systematik.
Kommunen, die ein Parkraummanagement erfolgreich etablieren, betrachten es als Betriebssystem für Mobilität und nicht als Ordnungsprojekt.
Städte betrachten die Parkraumnutzung wie ein lernendes System und nicht wie eine starre Satzung. Dazu setzen sie integrierte Steuerungsinstrumente für Verkehr, Stadtentwicklung und Haushalt ein und digitalisieren diese.
Erfolgreiche Mobilitätsmanager*innen und kommunale Entscheider*innen denken Parken nicht isoliert, sondern als Bestandteil des großen Ganzen:
Genau hier entstehen Wirkung und Akzeptanz, Mehrwert und Investitionsgrundlagen, Mobilität und Nachhaltigkeit.
Digitale Systeme sind jedoch kein Selbstzweck. Ihr Wert liegt darin, Komplexität beherrschbar zu machen. Unsere Auftraggeber vollziehen einen regelrechten Wandel:
Dank künstlicher Intelligenz und Automatisierung ist es heute möglich, Parkraummanagement kontinuierlich zu optimieren, statt es alle paar Jahre neu diskutieren zu müssen.
Der Ansatz „Einführen und hoffen“ weicht dem Ansatz „Messen, steuern und nachjustieren“. Unterfüttert mit Verkehrsdaten, Parkraumerhebungen und Machbarkeitsstudien.
highQ versteht sich nicht als Betreiber von Parkpolitik und Systemen, sondern seit 30 Jahren als technischer und strategischer Partner für die vollumfängliche Integration in die Mobilität von Städten und Kommunen.
Unsere Unterstützung umfasst:
Wir helfen dort, wo das Parkraummanagement operativ komplex wird und klassische Ansätze an ihre Grenzen stoßen.
Dabei haben wir klare Ansprüche an unsere Arbeit:
So wird aus Parkraummanagement vollumfängliche Mobilität zum Wohle aller..
Als Head of Mobility betrachte ich Parkraum nicht als Nebensache. Er ist öffentlicher Raum, Wirtschaftsfaktor und Verhaltenshebel zugleich.
Wer ihn professionell steuert, gewinnt Verfügbarkeit, Akzeptanz und Gestaltungsspielraum.
Wer ihn jedoch ignoriert, riskiert finanzielle, politische und gesellschaftliche Einbußen.
Dieser Leitfaden soll Ihnen dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen, bevor eventuell falsche Entscheidungen getroffen werden.
Ich bedanke mich für Ihre Zeit und stehe Ihnen gerne für Rückfragen zur Verfügung.
Gerne können wir uns via LinkedIn vernetzen oder schreiben Sie mir gerne eine E-Mail an w.linnenbrink@highQ.de.