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Schranke auf für den modernisierten DB Sylt Shuttle

Über 18 Jahre währt jetzt schon die Zusammenarbeit von highQ mit der DB Fernverkehr AG, dem Betreiber des Autoreisezugs „Sylt Shuttle“ zwischen Niebüll und Westerland. highQ-Geschäftsführer Thomas Hornig erinnert sich noch gut an die Anfänge des Projekts: „Damals, Anfang dieses Jahrtausends, haben wir den Sylt Shuttle fahrscheintechnisch von Papier auf elektronische Chipkarten umgestellt und damit – im wahrsten Sinne des Wortes – digitalisiert.“ Dieses chipkartenbasierte System, SVT01 genannt, war anschließend 18 Jahre und 365 Tage im Jahr ununterbrochen im Einsatz.

 

Natürlich ist die Technik seither nicht stehen geblieben, sodass highQ im Juli 2018 einen Folgeauftrag zur Modernisierung des Sylt Shuttles erhielt. Ziel war es, sowohl die Kundenschnittstelle als auch das Backend auf den aktuellen Stand zu bringen. Im neuen System SVTneo, das im Laufe des Jahres 2019 schrittweise in den Realbetrieb ging, wurden eine Vielzahl von Neuerungen umgesetzt; dazu gehört ein Kunden-Webshop und ein komfortables App-Ticketing, welches die chipkartenbasierten Bezahl- und Schrankenautomaten ablöste. „Damit ist der Sylt Shuttle jetzt auf dem aktuellen Stand für das mobile Zeitalter“, betont highQ-Projektleiter Erik Schlegel. Nutzer des Autozugs können ihren Transfer jetzt vorab online oder mobil buchen und dann direkt durch die offene Schranke ins Verladeterminal einfahren, denn das Check-in erfolgt automatisch per Kennzeichenerkennung. „Das damit verbundene Kundenerlebnis ist geradezu magisch“, so Schlegel begeistert.

 

Ausdrücklich gelobt für die gute und termingerechte Umsetzung wurde highQ von seinem Kunden, der Deutschen Bahn: „Wir sind stolz auf das neue, gemeinsam erarbeitete Sylt Shuttle-Buchungssystem und blicken gleichzeitig auf eine wahrlich langjährige Zusammenarbeit seit dem Jahr 2001 zurück“, sagt Thomas Hellwig, verantwortlicher Projektleiter bei der DB Fernverkehr AG.  „Dank seiner Expertise hat es highQ über zwei Dekaden hinweg verstanden, unser System durch nachhaltige Weiterentwicklung immer wieder auf den allerneuesten Stand zu bringen – in der schnelllebigen IT-Welt ist das sicherlich alles andere als der Normalfall.“ Dieses Lob erwidert highQ-Chef Thomas Hornig gern: „Der Folgeauftrag hat uns sehr gefreut, zeigt er doch, dass unser gutes Verhältnis auch nach 18 Jahren Partnerschaft keinerlei Spuren von Zerrüttung zeigt“, so sein launiger Kommentar.

 

Und auch der Dritte im Bunde – der Nutzer des Sylt Shuttles – scheint mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Die neue App erhielt überwiegend gute Bewertungen in den App-Stores und wurde schon in der ersten Woche nach der Freischaltung im Web und der App bereits für 600 Buchungen genutzt – noch bevor die neuen Funktionen überhaupt aktiv beworben wurden.

Intelligent fahren, Zeit sparen

Pendler verlieren jeden Tag viel Zeit auf ihrem Weg zu und von der Arbeit. Das Bonussystem Zeitmeilen verspricht Abhilfe: Es belohnt flexibles, multimodales Mobilitätsverhalten und trägt so dazu bei, Verkehrsströme zu entzerren.

 

Am schlimmsten ist es in Berlin: Laut einer Studie des US-amerikanischen Verkehrsinformationsdienstes INRIX verloren die Hauptstädter im Jahr 2018 durchschnittlich 154 Stunden Lebenszeit durch Staus und zähflüssigen Verkehr. Auch in anderen deutschen Ballungsräumen sieht es nicht viel besser aus. Bundesweit gehen so jedes Jahr geschätzt über eine halbe Million Stunden im Wert von viereinhalb Milliarden Euro verloren, und die Umwelt wird mit zusätzlichen 600 Tonnen CO2 infolge des Kraftstoff-Mehrverbrauchs belastet. Und eine nachhaltige Besserung ist nicht in Sicht, denn weder das Straßennetz noch das öffentliche Verkehrsangebot lassen sich kurzfristig an den absehbar weiter zunehmenden Berufsverkehr anpassen.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma will das Berliner Startup Zeitmeilen AG mit einem neuartigen digitalen Service aufzeigen. Die Idee: Pendler sollen nicht täglich stur dieselbe Strecke fahren, sondern sich bei ihrer Routenwahl an den individuellen Empfehlungen ihrer Mobilitäts-App orientieren. Die empfohlene Fahrtstrecke kann, trotz identischen Ziels, täglich eine andere sein, oder auch – z.B. bei großflächigen Verkehrsbehinderungen – ein Vorschlag, das Auto auf dem nächsten Park-and-Ride-Platz abzustellen und mit der U-Bahn weiterzufahren. Wer der Empfehlung folgt, kommt in jedem Fall schneller und entspannter an sein Ziel, und auch die Stadt insgesamt profitiert, indem der Verkehrsfluss zeitlich und räumlich entzerrt und optimal auf die vorhandene Infrastruktur verteilt wird.

 

Funktionsweise

Für jeden Teilnehmer ermittelt Zeitmeilen eine individuelle, staufreie Route zu seinem Ziel. Die Anwendung ist vor allem für Berufspendler gedacht, die regelmäßig gleiche Wegstrecken zurückzulegen haben; mit der Vorhersagefunktion lassen sich jedoch auch neue Wegstrecken zeitlich optimieren. Als Basis für die Zeitmeilen-Empfehlungen dienen die Bewegungsdaten aller Zeitmeilen-Nutzer, die um aktuelle und historische Verkehrsdaten der regionalen Verkehrszentrale ergänzt werden. Auf diese Weise sind valide Vorhersagen möglich, die auf aktuellsten Daten basieren und so auch kurzfristige Einflüsse berücksichtigen. Umgekehrt kann das System auch den Verkehrsbehörden wertvolle Zusatzinformationen liefern, die sie zur Verkehrsbeeinflussung und -optimierung nutzen könnten.

 

Vorteile gegenüber anderen Routing-Apps

Im Vergleich zu anderen Routing-Apps hat Zeitmeilen gleich mehrere Vorzüge: Erstens hat das System Zugriff auf eine umfassende regionale Datenbasis und kann somit auch absehbare Verkehrseinschränkungen, etwa durch künftige Baustellen, bei ihren Empfehlungen berücksichtigen; zweitens werden nicht nur die individuellen Routen einzelner Verkehrsteilnehmer, sondern parallel die Routen aller Zeitmeilen-Nutzer optimiert und so die „Schwarmintelligenz“ genutzt; drittens können auch die Interessen des Gemeinwohls Berücksichtigung finden, indem z.B. Ausweichstrecken nicht durch sensible Bereiche wie Wohngebiete oder an Schulen vorbei geführt werden. Und nicht zuletzt erfüllt Zeitmeilen höchste Anforderungen an den Datenschutz: Die Anwendung nutzt eine patentierte, DSGVO-konforme Ortung, es werden keine individuellen Bewegungsprofile erstellt. Sämtliche Prozesse laufen anonymisiert und verschlüsselt über deutsche Server und Netze.

 

Bonuspunkte schaffen zusätzliche Anreize

Nun müssten die Verkehrsteilnehmer nur noch den guten Ratschlägen von Zeitmeilen folgen und alles wäre gut … aber leider ist der Mensch ein Gewohnheitstier und fährt gern jeden Tag seine gewohnte Strecke. Um ihn auf neue Wege umzuleiten und zu „vernünftigem“ Mobilitätsverhalten zu bewegen, enthält Zeitmeilen daher zusätzlich ein Belohnungssystem mit Gamification-Komponenten. Wer die Anwendung regelmäßig nutzt und sich an die Routenempfehlungen hält, erreicht nicht nur schneller sein Ziel, sondern kann – als Dankeschön für seine Flexibilität – Bonuspunkte („Zeitmeilen“) sammeln. Diese können später in ideelle, virtuelle oder geldwerte Prämien eingetauscht werden, beispielsweise Gratisparkzeiten oder Einkaufsgutscheine. Das in Zeitmeilen integrierte Incentive-Programm ermöglicht so auch vielfältige Beteiligungsmodelle für die regionalen Mobiltitätsanbieter.

 

Anwendung im Unternehmen

Neben den Pendlern, die dank Zeitmeilen den Stau umfahren, und Kommunen, die von Verkehrsspitzen entlastet werden, können auch Unternehmen profitieren, wenn sie Zeitmeilen für ihre Mitarbeiter einführen. Zum einen kommen diese morgens entspannter und pünktlicher zur Arbeit, zum anderen lassen sich durch den effizienteren Einsatz von Firmenflotten und die Reduktion von Parkflächen konkrete Einsparungen erzielen. Der Aufwand für Einrichtung und Betrieb der Zeitmeilen-Anwendung amortisiert sich somit binnen kurzer Zeit – denn dafür genügt ein Bruchteil der Kosten, die sonst z.B. für den Bau und Betrieb von Parkplätzen anfallen würde. Darüber hinaus kann das Unternehmen durch die aktive Beteiligung seiner Belegschaft am vernünftigen Pendeln seine CO2-Bilanz nachhaltig verbessern.

 

Incentivierung im Unternehmen

Auch die Incentivierung kann im Unternehmenskontext sinnvoll eingesetzt werden: Beherzigt ein Mitarbeiter die Empfehlungen der App (z.B. Fahrt außerhalb der Stoßzeiten, Nutzung einer alternativen Strecke) oder fährt ressourcenschonend (z.B. mittels Carpooling, Nutzung von ÖPNV oder Fahrrad), sammelt er Zeitmeilen, die er anschließend gegen eine Prämie eintauschen kann. Zusätzlich können interne Wettbewerbe („Zeitmeiler des Monats“) zur Motivation beitragen. Als Ergänzung zur App gibt es ein Dashboard zur Erfolgskontrolle, dass z.B. in der Betriebskantine platziert werden kann und so weitere Mitarbeiter zum Mitmachen motiviert. Da Zeitmeilen nicht sanktioniert, sondern immer nur positives Mobilitätsverhalten belohnt, haben auch die Vertreter der Arbeitnehmermitbestimmung und der Gewerkschaften in der Regel keine Vorbehalte gegen eine Einführung solcher Incentivierungsmaßnahmen. 

 

Flexible Integration in Mobilitäts-Apps

Inzwischen gehört die Zeitmeilen AG zur Familie des Freiburger Softwareunternehmens highQ, das auf die Entwicklung von IT-Lösungen für den öffentlichen Verkehr und Controlling-Lösungen für Banken spezialisiert ist. Nutzer der von highQ entwickelten Mobilitäts-App mytraQ können die Zeitmeilen-Funktionen daher schon heute in vollem Umfang für die Optimierung von betrieblicher Mobilität nutzen. Darüber hinaus steht Zeitmeilen weiterhin als selbstständige App sowie als Whitelabel-Applikation zur Integration in Routing- und Ticketing-Apps anderer Anbieter zur Verfügung. Ein Beispiel für eine solche Whitelabel-Anwendung ist die multimodale Mobilitäts-App moveBW in Stuttgart. Auch im Unternehmenskontext wurde Zeitmeilen bereits eingesetzt (im Rahmen der Initative SB:digital des Bundesministeriums für Bildung und Forschung).

 

Um die Nutzerakzeptanz zu erhöhen, verfolgt Zeitmeilen grundsätzlich das Prinzip „Belohnen statt Bestrafen“: Die Fahrt im eigenen Auto wird nicht – wie etwa im Fall eines Fahrverbots oder einer Citymaut – sanktioniert, sondern der motorisierte Individualverkehr bleibt Teil des von Zeitmeilen optimierten Mobilitätsmixes. Wenn vom Anwender gewünscht, kann jedoch der Umstieg auf die Verkehrsmittel des Umweltverbunds über die Incentivierungsfunktion belohnt werden. Selbst eingefleischte Autofahrer lassen sich auf diese Weise eher „abholen“ und Schritt für Schritt zu einem multimodalen, umweltfreundlicheren Verkehrsverhalten bewegen. Für verkehrsgeplagte Kommunen wie auch Unternehmen mag es daher effektiver sein, einen kleinen Betrag in Zeitmeilen anstatt einen größeren in weitere Straßen oder Parkplätze zu investieren.

Intermodal und bedarfsgesteuert: Planung für die Verkehrswende

Im Rahmen des Forschungsprojekts MaaS L.A.B.S. sollen integrierte Verkehrskonzepte aus Linienverkehr und On-Demand-Angeboten erprobt werden. Das Freiburger IT-Unternehmen highQ entwickelt hierfür eine intermodale Planungskomponente auf Basis seines Planungssystems PlanB.

 

Noch ist die Welt der Mobilität klar in zwei Hälften geteilt: den motorisierten Individualverkehr (MIV) auf der einen und den öffentlichen Verkehr (ÖV) auf der anderen Seite. Doch schon in wenigen Jahren dürfte das Verkehrsgeschehen in den Städten wesentlich bunter aussehen: Der liniengebundene ÖV wird ergänzt durch individuelle, bedarfsgesteuerte Sharing-Komponenten. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von „individuellem öffentlichen Verkehr“ (IÖV). Das Ziel: Jeder Verkehrsteilnehmer soll mit den Verkehrsmitteln des Umweltverbunds ebenso sicher und bequem an sein Ziel gelangen, wie er das von der Fahrt im eigenen Auto gewohnt ist.

Die Realisierbarkeit und die Akzeptanz eines solchen Verkehrssystems soll das auf vier Jahre angelegte, vom BMBF mit rund 4,5 Millionen Euro geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt MaaS L.A.B.S. (Mobility-as-a-Service-Plattform: Lebendig, Automatisiert, Bedarfs- & Sharing-orientiert) klären, welches offiziell am 15. Mai 2019 gestartet wurde. Als eine von drei Pilotstädten wurde Potsdam ausgewählt: Dort soll das bestehende ÖV-Fahrplanangebot durch selbstfahrende elektrische Mikrobusse zur Feinerschließung sowie Car-, Bike- und Ridesharing-Angebote ergänzt werden. Sämtliche Angebote werden über eine gemeinsame digitale Plattform zusammengeführt, sodass für die Verkehrsteilnehmer ein einheitliches, attraktives Gesamtangebot entsteht.

 

Integration aller Mobilitätsangebote

Die Basis des Systems bildet eine integrierte Mobilitätsplattform, welche die Verkehrsleistungen der verschiedenen Anbieter verknüpft und eine übergreifende Planung, Steuerung und Abrechnung ermöglicht. Über eine noch zu entwickelnde Routing- und Ticketing-App erhalten die Verkehrsteilnehmer Zugriff auf das Gesamtangebot; über ihr Smartphone können sie ihre individuelle Reisekette zusammenstellen, erhalten einen Gesamtpreis für die gewählte Variante und können diese direkt buchen.

Neben den Verkehrsbetrieben der drei Pilotstädte (Potsdam, Cottbus und Hannover) sind mehrere Hochschulen und IT-Unternehmen an MaaS L.A.B.S. beteiligt; zu den insgesamt zehn Projektpartnern gehört auch das Freiburger IT-Unternehmen highQ Computerlösungen GmbH, das bereits Erfahrungen in zahlreichen Forschungs- und Kundenprojekten zur digitalen Mobilität gesammelt hat. Neben der Mitwirkung an der MaaS-Gesamtarchitektur ist highQ maßgeblich in die Entwicklung der plattformeigenen Ticketing- und Clearingsysteme sowie der MaaS-App und der MaaS-Planungskomponente involviert.

 

Flexibilisierung der Planung

Ein solches integriertes Angebot, in dem Linien- und Bedarfsverkehre flexibel miteinander verknüpft sind, erfordert eine intermodale Betriebsplanung, die von üblichen ÖV-Planungstools bisher nicht unterstützt wird; im Rahmen von MaaS L.A.B.S. wird ein solches Planungstool nun erstmals umgesetzt werden. Die Basis bildet die highQ-Planungssoftware PlanB, die zu diesem Zweck um zusätzliche Module zur Vorplanung sowie zur Ad-hoc-Einsatzplanung der Bedarfsverkehre ergänzt wird. In der Vorplanung werden die Angebotskorridore festgelegt; die reale Einsatzplanung der Fahrzeuge erfolgt dann in Echtzeit auf der Basis der Fahrgastanfragen. Diese Anfragen werden effizient auf die Fahrzeuge gebündelt; dabei werden stets auch die Anschlussverkehre berücksichtigt, um Wartezeiten für die Fahrgäste zu minimieren. Auf diese Weise entstehen verlässliche Reiseketten, die eine echte Alternative zur Fahrt im eigenen Auto bieten.

Da die Bedarfsverkehre mit elektrischen Mikrobussen gefahren werden, sind darüber hinaus die Spezifika elektrischer Fahrzeuge wie Reichweiten und Ladezeiten in den Umläufen zu berücksichtigen – die hierfür notwendigen Ergänzungen zu PlanB befinden sich aktuell bereits in der Umsetzung. Die Umlaufbildung und -optimierung erfolgt dann auf Basis der verfügbaren (Rest-) Reichweiten der Fahrzeuge in Abhängigkeit vom Energiebedarf (z.B. Höhenprofil) der jeweiligen Strecke sowie von den klimatischen Bedingungen, die ebenfalls Auswirkungen auf die realen Reichweiten haben.

 

Vorbildwirkung für andere Städte

Die Projektergebnisse von MaaS L.A.B.S. sollen die Grundlage für eine ökologische Verkehrswende in den Städten – weg vom MIV, hin zum IÖV – bilden. Deshalb fokussiert das Projekt nicht nur auf die technischen Aspekte, sondern bezieht auch die Bevölkerung, Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Politik der beteiligten Städte aktiv ein. Wenn die angestrebten Projektziele erfolgreich umgesetzt werden und bei den Verkehrsteilnehmern die erhoffte Akzeptanz finden, werden intermodal geplante Verkehrssysteme bald auch in weiteren Städten und Kommunen Einzug halten.

Bundesweit erstes CiBo-Ticketing startet in Osnabrück

Nach zwei Jahren Entwicklung und Implementierung durch das Freiburger IT-Unternehmen highQ Computerlösungen und weitere Industriepartner soll die digitale Mobilitätsplattform der Stadtwerke Osnabrück noch in diesem Jahr vollständig in den Kundenwirkbetrieb gehen. Highlight ist ein Check-in/Be-out-Ticketing (CiBo) mit nachgelagerter Bestpreisabrechnung – eine Premiere in Deutschland.

Einfacher geht’s nicht mehr: Für das Einchecken im Bus genügt eine Wischbewegung auf dem Smartphone, das Auschecken erfolgt sogar ohne weiteres Zutun des Fahrgastes. Das System registriert automatisch, wenn er das Fahrzeug verlässt, und rekonstruiert die zurückgelegte Fahrtstrecke bzw. -kette. Die Preisermittlung erfolgt vollautomatisch im Hintergrund nach dem Bestpreisprinzip: Fährt man mehrmals am selben Tag oder in derselben Woche, werden die Einzeltickets zu Tages- oder Wochenkarten gebündelt – der Fahrgast zahlt also immer den günstigsten Preis. Mit ihrem innovativen CiBo-Ticketing gemäß VDV-KA/Ausbaustufe 3 sind die Stadtwerke Osnabrück (SWO), einer von zehn Partnern der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS), Vorreiter unter den deutschen ÖPNV-Unternehmen.

Das CiBo-Ticketing befindet sich zurzeit im intensiven Testeinsatz; die noch in diesem Jahr geplante Überführung in den Regelverkehr bildet den krönenden Abschluss der im Jahr 2016 gestarteten, mehrstufigen Digitalisierungsstrategie der SWO. Ein durchgängig digitalisiertes, multimodales Mobilitätsangebot sollte Schritt für Schritt entstehen; die Federführung bei der Entwicklung und Implementierung der verschiedenen Module liegt bei den Systemhäusern highQ Computerlösungen aus Freiburg und eos.uptrade aus Hamburg, weitere Industriepartner sind als Zulieferer beteiligt. Nach der Neukonzeption des Tarifgefüges im Sinne einer stärkeren Kun-denorientierung wurde die vorhandene Mobilitäts-App VOSPilot entsprechend angepasst und neben dem ÖPNV auch das örtliche Carsharing-Angebot integriert. Weitere Mobilitätsangebote wie die Nutzung öffentlicher Parkhäuser und Fahrradabstellanlagen sollen ebenfalls noch ergänzt werden. Dank der modularen Architektur ist das System einfach um künftige Angebote erweiterbar.

Seit Januar 2019 ist außerdem die von highQ entwickelte ControlApp für Kontrolleure im Einsatz, die eine elektronische Prüfung der Fahrtberechtigungen und ggf. die Ausstellung erhöhter Beförderungsentgelte (EBE) ermöglicht. Die App kann auf Android-basierten Schaffnergeräten oder einfach auf handelsüblichen Smartphones installiert werden. Wird das System um eine mobile Druckereinheit ergänzt, kann der Kontrolleur direkt vor Ort einen EBE-Beleg ausgeben. Die Control-App liefert die EBE-Daten direkt ins Hintergrundsystem, wo sie quasi in Echtzeit für Abrechnungszwecke so-wie für Zählungen oder andere Auswertungen zur Verfügung stehen.

Zentrale Vertriebsplattform, anbieterübergreifende Abrechnung

Ein weiterer Meilenstein ist der Aufbau eines webbasierten Kundenportals. Über dieses Portal kann dann jeder Fahrgast, ob Abo- oder Gelegenheitskunde, auf die verschiedenen Mobilitätsangebote in Osnabrück zugreifen. Nach einmaliger Registrierung stehen ihm die von ihm ausgewählten Angebote in seinem VOSPilot zur Verfügung. Auch intermodale, anbieterübergreifende Fahrtketten lassen sich damit direkt buchen. Während die App von eos.uptrade/Hacon entwickelt wurde, übernahm highQ die Verknüpfung der verschiedenen Hintergrundsysteme und die erforderlichen Schnittstellenanpassungen; das Rückgrat der neuen Online-Vertriebsplattform bildet das highQ-Fahrgeldmanagementsystem TicketOffice. Sämtliche Systemmodule erfüllen die Anforderungen an einen interoperablen Betrieb gemäß VDV-KA und sind somit zukunftssicher. „Gemeinsam mit den Stadtwerken Osnabrück leisten wir hier Pionierarbeit“, betont Kai Horn, Leiter Marketing und Vertrieb bei highQ. „Besonders freut uns, dass wir in der neuen Mobilitätsplattform alle wesentlichen highQ-Mobilitätsbausteine in Anwendung bringen konnten. Wir möchten dem gesamten SWO-Team und dem Beraterteam von ICG für die hervorragende Zusammenarbeit und die Geduld bei der Realisierung der zahlreichen Projektmeilensteine ausdrücklich danken“, so Horn weiter.  

Die Verkaufsdaten aller eingebundenen Mobilitätsanbieter laufen im highQ-Buchhaltungssystem fare.logiQ zusammen und ermöglichen so eine zentrale, anbieterübergreifende Abrechnung. Einmal monatlich erhält der Kunde eine übersichtliche Sammelrechnung über die von ihm absolvierten Fahrten. „Durch den einheitlichen, digitalen Zugang zu unseren verschiedenen Mobilitätsangeboten werden die Hürden für die Nutzung des ÖPNV und anderer umweltfreundlicher Verkehrsmittel deutlich gesenkt“, betont Maik Blome, Leiter Marketing Vertrieb Mobilitätsangebot bei den Stadtwerken Osnabrück. „Denn über unsere neue digitale Mobilitätsplattform erhalten unsere Kunden sämtliche Mobilitätsangebote im Raum Osnabrück bequem aus einer Hand.“ Blome geht davon aus, dass vor allem das komfortable CiBo-Ticketing weitere Kunden für den öffentlichen Verkehr in Osnabrück gewinnen wird.

Fahrgeldmanagement für jede Betriebsgröße

Die EFM-Software fare.logiQ des Freiburger IT-Unternehmens highQ Com-puterlösungen war bisher vor allem für den Einsatz in kleinen bis mittelgroßen Verkehrsbetrieben ausgelegt. In der aktuellen Version ist das System nun beliebig nach oben skalierbar und bietet sämtliche Funktionen auch für komplexe Installationen in großen Verkehrsbetrieben und Verbünden. Die einfache, intuitive Bedienbarkeit bleibt dabei gewahrt.

„Das Fahrgeldmanagement ist ein zentraler Baustein in Mobilitätslösungen jeder Größenordnung“, erklärt highQ-Vertriebsleiter Kai Horn. „Deshalb haben wir unser System für die hohen Anforderungen unserer Großkunden fit gemacht. Das seit 15 Jahren bundesweit eingesetzte fare.logiQ ist nun in vollem Umfang massendatenfähig – bei unseren größten Installationen wie bei der DB Vertrieb  werden bald bis zu einer Million Kunden im System sein.“
Ob Klein-, Mittel- oder Großbetrieb: Fahrgeldmanagement wird mit fare.logiQ wesentlich einfacher und übersichtlicher, denn die Verkaufs- und Buchungsdaten verschiedener Abrechnungsstellen oder Verbundunternehmen werden in einer zentralen Erlösdatenbank zusammengeführt. Passende Schnittstellen (z.B. SAP) ermöglichen die einfache Übernahme der EFM-Daten in die Hauptbuchhaltung. Ein weiterer Vorzug ist die Datenbankunabhängigkeit, sodass sich fare.logiQ einfach in vorhandene IT-Infrastrukturen integrieren lässt. Dabei ist das System beliebig skalierbar – von einer kleinen Installation mit kostenfreier Datenbank bis hin zu komplexen Installationen mit Oracle-Anbindung. Darüber hinaus steht fare.logiQ auch als SaaS-Lösung zur Verfügung.


Konformität zu eTicket Deutschland
Eine häufige Kundenanforderung an EFM-Systeme ist die Konformität zu eTicket Deutschland, in Fachkreisen auch als VDV-Kernapplikation bekannt. Als einer der ersten Anbietern VDV-KA-konformer Lösungen war highQ an der Entwicklung des deutschlandweiten Standards maßgeblich beteiligt und erhielt auch das erste einschlägige Zertifikat. Mit highQ-Produkten ist somit nachweislich ein sicherer interoperabler Betrieb gewährleistet.


Integrierte BI- und CPM-Tools
Vor allem große Verkehrsunternehmen legen außerdem Wert auf Business-Intelligence- und Corporate-Performance-Management-Funktionen, um Geschäftsprozesse systematisch zu analysieren und zu optimieren. Auch fare.logiQ verfügt nun über modular zuschaltbare BI- und CPM-Tools. Trotz dieses enormen Zuwachses an Funktionalität bleibt eine bewährte Eigenschaft von fare.logiQ weiterhin gewahrt: das einfache und intuitive Bedienkonzept, das laut Kai Horn zurzeit gemeinsam mit User-Experience-Experten für den Einsatz in großen Verkehrsunternehmen optimiert wird. „Damit bie-ten wir jetzt eine passende Lösung für jede Unternehmensgröße.“

 

fare.logiQ-Eigenschaften

  • Vollständigkeitsprüfung der Geräteschichten
  • Flexibles Bargeldmanagement wahlweise mit Safebagverwaltung
  • Fahrerabrechnung über Fahrerkonten
  • Frei wählbare Sammelbuchungsfunktion
  • Nachträgliche Zu- und Absetzungen im Kundencenter
  • Buchhalterische Abgrenzung über Tages- und Monatsabschlüsse
  • Monatliche Verbundmeldungen und statistische Auswertungen 
  • Konfigurierbar verwaltete, mandantenfähige Datenhaltung
  • Herstellerunabhängige Datenbanktechnologie zum Beispiel für Oracle oder MS SQL-Server
  • Integriertes BI-Tool
  • eTicket Deutschland zertifiziert

Rückblick 9. ÖPNV Innovationskongress 2019

Wie bereits 2017 war „Mobilität 4.0“ das übergreifende Thema des 9. ÖPNV Innovationskongresses, der vom 12. Bis 14. März 2019 im Kongresszentrum Konzerthaus Freiburg stattgefunden hat. Wie in den vergangenen Jahren, war highQ auch in diesem Jahr mit einem Stand in der Fachausstellung vertreten. Hier konnten wir wieder großartige und interessante Gespräche mit Ihnen führen.

Im Fokus standen unsere Lösungen für moveBW, die erfolgreiche Realisierung des bwtarif und unsere Mobiltätsplattform.

Osnabrück macht multimodal mobil _ein Update

Interoperables Hintergrundsystem, Handy-Ticketing, Webshop für Abonnenten: Mit highQ Computerlösungen als Generalunternehmer wird in Osnabrück ein durchgängig digitalisiertes, multimodales Mobilitätsangebot entstehen.

Für die Kunden der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) hat das digitale Zeitalter begonnen. Die Smartphone-App VOSpilot bietet eine aktuelle Fahrplanauskunft für den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt und im Landkreis – in der Stadt sogar inklusive Carsharing. Damit lässt sich jetzt bequem eine Fahrt von Tür zu Tür planen, ohne erst in gedruckten Fahrplänen blättern zu müssen. In diesem Jahr werden zudem für Kunden in der Stadt Osnabrück Buchungsmöglichkeiten für die lokalen Anbieter von Car- und Bikesharing und BikeBoxen integriert.

Auch für die Abonnenten soll der Ticketkauf komfortabler werden. In diesem Jahr wird ein Abo-Webshop eingerichtet, über den man sein Abo direkt online kaufen und verlängern kann. Damit die neue Ticketwelt mit Handyticketing und Online-Abosystem Einzug halten kann, installierte highQ bereits ein integriertes Vertriebssystem (IVS) auf Basis der bewährten highQ-EFM-Software TicketOffice. „Ob Abonnent oder Gelegenheitsfahrer, wir wollen allen unseren Kunden einen komfortablen Service aus einer Hand bieten“, erklärt Maik Blome, der bei den Stadtwerken Osnabrück den Vertrieb des Mobilitätsangebots leitet. Vor allem für Gelegenheitsfahrer wird es in der Stadt Osnabrück künftig die Möglichkeit geben, direkt über das Smartphone ein Ticket zu kaufen. Diese HandyTicketing-Lösung wird von der eos.uptrade GmbH aus Hamburg erbracht.

Das neue Hintergrundsystem ist konform zur VDV-Kernapplikation und damit interoperabel, sodass neben der VOS weitere Serviceanbieter eingebunden werden. Für eine komfortablere Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist im Stadtgebiet zudem zum 01.07.2019 die Einführung eines Smartphone-basierten Check-in/Be-out-Systems (CiBo) gemäß KA-Ausbaustufe 3 in Vorbereitung. Die internen Tests hierzu haben bereits begonnen. CiBo ermöglicht eine vollautomatische Preisermittlung im Hintergrund mit Bestpreis-Abrechnung, eine weitere, erhebliche Attraktivitätssteigerung für den ÖPNV. „Wir nutzen unser Engagement als Teil der VOS, um erste Piloten einer möglichst kundenkonformen Nutzung der App zu ermöglichen“, so Blome. In weiteren Schritten sei es daher denkbar, diesen Service auch auf das gesamte VOS-Gebiet und damit den gesamten Landkreis Osnabrück auszuweiten.

Das erneuerte Mobilitätsangebot im Raum Osnabrück soll 2018-2019 umgesetzt werden, wobei highQ die Generalunternehmerschaft innehat. „Die Stadtwerke Osnabrück entwickelt sich vom reinen Verkehrsbetrieb zu einem umfassenden Service- und Mobilitätsanbieter weiter“, beschreibt der zuständige Geschäftsbereichsleiter Werner Linnenbrink das Projektziel. „Mit einem durchgängig digitalisierten Angebot und dem Smartphone als zentralem Nutzermedium wollen wir die Mobilitätswende in unserer Stadt einleiten und möglichst viele Osnabrücker von den Vorzügen der multimodalen Mobilität überzeugen.“

Smarte EBE-Lösung für Osnabrück

Die Control-App des Freiburger Software-Unternehmens highQ vereinfacht die mobile Erhebung und Abrechnung von erhöhten Beförderungsentgelten (EBE). Bei den Stadtwerken Osnabrück ist das neue System seit Jahresbeginn im Einsatz.

In vielen Verkehrsunternehmen werden EBE-Belege immer noch ganz traditionell auf Papier ausgestellt – eine umständliche und zeitaufwändige Angelegenheit. Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung für ein zukunftfähiges, multimodales Gesamtsystem haben die Stadtwerke Osnabrück nun eine neue EBE-Lösung implementiert, welche aus einer App für die Prüfgeräte der Kontrolleure und einem entsprechenden Verwaltungs- und Abrechnungsmodul im Hintergrundsystem besteht.

Realisiert wurde das System unter der Federführung des Freiburger Software-Unternehmens highQ Computerlösungen. Neu eingeführt wurde dabei ein interoperables Vertriebssystem auf der Basis der highQ-Produkte TicketOffice und fare.logiQ. Im Januar 2019 ging dann die Control-App für die EBE-Erhebung an den Start. In Osnabrück wird die Applikation auf mobilen Prüfgeräten vom Typ Almex mobile POS eingesetzt; alternativ lässt sich die auf dem Android-Betriebssystem basierende App auch auf handelsüblichen Tablets und Smartphones installieren. In diesem Fall kann auf die Anschaffung proprietärer Hardware verzichtet werden.

Die mobile EBE-Lösung bietet dem Kontrollpersonal viel Komfort. So lässt sich die App vorab mit geografischen Daten (Orts- und Straßennamen, Linien- und Haltestellenbezeichnungen etc.) „füttern“; die Dateneingabe bei einem EBE-Einsatz geht dann schneller von der Hand und die Datenqualität steigt. Über eine integrierte mobile Druckereinheit lassen sich EBE-Belege direkt vor Ort ausgeben. Nach Ende des Kontrolleinsatzes werden die Datensätze in das EBE-Modul im Hintergrundsystem TicketOffice übertragen. Dort werden die Forderungen verwaltet und alle zugehörigen Prozesse, vom Anschreiben an den „Kunden“ bis hin zur Verarbeitung im gerichtlichen Mahnwesen, abgebildet.

„Die Control-App von highQ erleichtert unseren Kontrolleuren die Arbeit“, erklärt Maik Blome, Marketing- und Vertriebsleiter für das Mobilitätsangebot der Stadtwerke Osnabrück. „Dank der nahtlosen Einbindung in TicketOffice versprechen wir uns von der neuen EBE-Lösung zudem mehr Transparenz und Effizienz in unseren Abläufen.“

Auch weiteren Bestandskunden bietet highQ eine Integration seiner EBE-Lösung in die vorhandenen highQ-Produkte TicketOffice und fare.logiQ an. Alternativ kann die App samt Auswertung auch als Stand-alone-Lösung betrieben werden.


Über die Stadtwerke Osnabrück

Die Stadtwerke Osnabrück AG sorgt als ein Partnerunternehmen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) für die Mobilität der Menschen im Stadt- und Landkreis Osnabrück. Ein attraktives Mobilitätsangebot ist hierbei ein wesentlicher Faktor für eine gute Lebensqualität in der Region. Jährlich befördern die Stadtwerke 36,5 Millionen Fahrgäste und tragen somit Tag für Tag durch sichere, umweltfreundliche und zunehmend nachhaltige Mobilität zu diesem Gefühl an Lebensqualität bei. Eingebunden in das multimodale Verkehrsangebot sind auch weitere städtische Angebote wie Carsharing, Lastenradverleih und Parkhäuser.

Pendlerverkehr entzerren

Die App mytraQ des Freiburger Software-Unternehmens highQ hilft, den Pendlerverkehr zu entzerren.

Unter dem täglichen Stop-and-go zur Arbeit leiden nicht nur Mensch und Umwelt, sondern auch die Unternehmen – Mitarbeiter kommen bereits gestresst oder sogar verspätet zur Arbeit und sind weniger produktiv. Eine neuartige App verspricht Abhilfe: mytraQ vereinfacht den täglichen Pendlerweg mit intelligenten Wegeempfehlungen, die auf einer Analyse der Bedürfnisse des Unternehmens und den Präferenzen der Mitarbeiter beruhen. Die digitale Lösung wird von highQ individuell an jedes Unternehmen angepasst.

Das Ziel sind nahtlose Verbindungen von der Haustür bis zur Arbeit und zurück – mittels ÖPNV, Fahrrad, zu Fuß, im eigenen Auto oder als Mitfahrer von Kollegen. Zusätzliche Motivation für eine intelligente Verkehrsmittelnutzung erhalten die Mitarbeiter durch ein integriertes Bonussystem. Für „sinnvolles“ Verkehrsverhalten werden ihnen Zeitmeilen gutgeschrieben, die sie später gegen Prämien eintauschen können. Auch ein spielerischer Wettbewerb („Zeitmeiler des Monats“) ist möglich. So kann Pendeln sogar Spaß machen.

Die Entwicklung von mytraQ wird als Forschungsprojekt SB:Digital im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit" gefördert. Nähere Informationen erhalten Sie hier.

Der neue bwtarif

Anbieter verbundübergreifender Verkehre in Baden-Württemberg waren verpflichtet, ihren Fahrgästen zum Stichtag 9.12.2018 den neuen, landesweiten BW-Tarif anzubieten. Mit Unterstützung durch highQ konnten die Kreisverkehrsbetriebe Sigmaringen (KVB) eine Punktlandung hinlegen.

Der neue, zum 9. Dezember eingeführte BW-Tarif soll verbundübergreifendes Fahren bequemer und günstiger machen. Mit seinen 22 regionalen Verkehrsverbünden ist Baden-Württemberg ein äußerst anspruchsvolles Umfeld. Für viele, vor allem kleinere Verkehrsanbieter stellte das zusätzliche Tarifangebot allerdings eine Herausforderung dar, da die vom Land gelieferten Tarifdaten in sämtliche Verkaufs- und Kontrollsysteme eingepflegt werden mussten. Dies betraf vor allem Schienenverkehrsanbieter wie DB Regio, aber auch überregionale Busunternehmen wie die KVB Sigmaringen. Der von den KVB betriebene „Regiobus Donau-Bodensee“, eine 48 Kilometer lange Buslinie von Sigmaringen nach Überlingen, verbindet die Verkehrsverbünde Neckar-Alb-Donau (Naldo) und Regionalverkehr Alb-Bodensee (RAB). 

„Alle Verkehrsunternehmen, die über Verbundgrenzen hinweg fahren, mussten die Tarifintegration bis zum Stichtag bewerkstelligen“, erklärt Erik Schlegel, der das Projekt für highQ-Kunden betreut. „Für unseren Kunden KVB Sigmaringen konnten wir die Umsetzung dieses sehr mächtigen und komplexen Tarifs trotz des sehr knappen Zeitrah-mens pünktlich realisieren.“ Dafür habe man aus Fachkreisen viel Anerkennung erfahren, wo der BW-Tarif wegen des damit verbundenen Aufwands schon mit einer „neuen Verbundgründung“ verglichen wurde. „Trotzdem war die Umsetzung dank der großen Erfahrung bei highQ im Umgang mit Tarifdaten schnell und preiswert möglich“, freut sich highQ-Vertriebsleiter Kai Horn. Von Vorteil sei hierbei gewesen, dass die KVB bereits über moderne, Tablet-basierte Verkaufs- und Kontrollsysteme mit der highQ-TicketApp verfügten.

Die neuen Tarifdaten werden vom Land im standardisierten PKM-Format (Produkt- und Kontrollmodul) angeliefert, für die Integration sind die Verkehrsunternehmen dann selbst zuständig. Oder sie holen sich Unterstützung durch Experten wie highQ. Mit weiteren Kunden ist Erik Schlegel daher bereits im Gespräch: „Wer keine verbundübergreifenden Verkehre anbietet, hat noch eine etwas längere Frist für die Umsetzung des BW-Tarifs.“ Im Laufe des ersten Halbjahrs 2019 will highQ ein Update seiner TicketApp anbieten, die den neuen Tarif bereits beinhaltet und somit den Verkauf und die Kontrolle von BW-Tickets für alle Anwender der highQ-App ohne zusätzlichen Aufwand ermöglichen wird. Im nächsten Jahr, sobald das Land die Tarifdaten für E-Tickets nach VDV-KA liefert, wird highQ außerdem seine App mytraQ für die mobile Ticketkontrolle entsprechend updaten.

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