Osnabrück macht multimodal mobil

09.03.17
 
ÖPNV

Interoperables Hintergrundsystem, Handy-Ticketing, Webshop für Abonnenten: Mit Unterstützung der highQ Computerlösungen in Zusammenarbeit mit eos.uptrade soll in Osnabrück ein durchgängig digitalisiertes, multimodales Mobilitätsangebot entstehen.

Für die Kunden der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) hat das digitale Zeitalter schon im letzten Jahr begonnen. Die Smartphone-App VOSpilot bietet seitdem eine aktuelle Fahrplanauskunft für den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt und im Landkreis – in der Stadt sogar inklusive Carsharing. Damit lässt sich jetzt bequem eine Fahrt von Tür zu Tür planen, ohne erst in gedruckten Fahrplänen blättern zu müssen. Weitere Funktionen sollen sukzessive hinzukommen: Ab Mitte 2017 soll es im Verkehrsgebiet der Stadtwerke Osnabrück, einem der zehn VOS-Partner, möglich sein, mit dem Smartphone auch gleich das passende Ticket für die gewählte Fahrtstrecke zu kaufen. Im weiteren Verlauf von 2018 soll zudem für Kunden in der Stadt Osnabrück eine Buchungsmöglichkeit für die lokalen Anbieter von Car- und Bikesharing integriert werden.

Auch für die Abonnenten soll der Ticketkauf komfortabler werden. Anfang 2018 wird ein Abo-Webshop eingerichtet, über den man sein Abo direkt online kaufen und verlängern kann. Damit die neue Ticketwelt mit Handyticketing und Online-Abosystem Einzug halten kann, installiert highQ ein integriertes Vertriebssystem (IVS) auf Basis der bewährten highQ-EFM-Software TicketOffice. „Ob Abonnent oder Gelegenheitsfahrer, wir wollen allen unseren Kunden einen komfortablen Service aus einer Hand bieten“, erklärt Maik Blome, der bei den Stadtwerken Osnabrück den Vertrieb des Mobilitätsangebots leitet. Vor allem für Gelegenheitsfahrer wird es in der Stadt Osnabrück künftig die Möglichkeit geben, direkt über das Smartphone ein Ticket zu kaufen. Diese HandyTicketing-Lösung wird von der eos.uptrade GmbH aus Hamburg erbracht.

Das neue Hintergrundsystem wird konform zur VDV-Kernapplikation und damit interoperabel sein, sodass neben der VOS weitere Serviceanbieter eingebunden werden können. Für eine komfortablere Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist im Stadtgebiet zudem ab Mitte 2018 die Einführung eines Smartphone-basierten Check-in/Be-out-Systems (CiBo) gemäß KA-Ausbaustufe 3 geplant. CiBo ermöglicht eine vollautomatische Preisermittlung im Hintergrund mit Bestpreis-Abrechnung, eine weitere, erhebliche Attraktivitätssteigerung für den ÖPNV. „Wir nutzen unser Engagement als Teil der VOS, um erste Piloten einer möglichst kundenkonformen Nutzung der App zu ermöglichen“, so Blome. In weiteren Schritten sei es daher denkbar, diesen Service auch auf das gesamte VOS-Gebiet und damit den gesamten Landkreis Osnabrück auszuweiten.

Das erneuerte Mobilitätsangebot im Raum Osnabrück soll 2018 umgesetzt werden, wobei highQ die Generalunternehmerschaft innehat. „Die Stadtwerke Osnabrück entwickelt sich vom reinen Verkehrsbetrieb zu einem umfassenden Service- und Mobilitätsanbieter weiter“, beschreibt der zuständige Geschäftsbereichsleiter Werner Linnenbrink das Projektziel. „Mit einem durchgängig digitalierten Angebot und dem Smartphone als zentralem Nutzermedium wollen wir die Mobilitätswende in unserer Stadt einleiten und möglichst viele Osnabrücker von den Vorzügen der multimodalen Mobilität überzeugen.“