02.03.2004
Sylter Rundschau
Kurkarte, Fahrticket, Schlüssel und Eintrittskarte auf einem einzigen Chip
Trouristiker sehen auch für Sylt große Chancen durch “All-in -one”-Lösung
Sylt chr – Was ist ein Mifare-Chip und wie kann man ihn auf einer Ferieninsel nutzen? Diese Frage beschäftigte vergangene Woche in Rantum eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Entscheidungsträgern der Insel. Auf Einladung des Landschaftzweckverbandes demonstrierten einige Anbieter die Nutzungsmöglichkeiten des kontaktlosen Daten-Chips. Und sorgten bei vielen der eingeladenen Sylter für reichlich Grund zum Nachdenken.
Auf Sylt gibt es mit dem Autozug erst einen Leistungsanbieter, der sich die mittlerweile weltweit etablierte Technik zu Nutze macht. Die Plastikkarte dient dem Sylt-Shuttle seit einiger Zeit als Kundenkarte, Fahrschein und Schrankenöffner. Der größte Vorteil des Mifare-Chips bleibt damit jedoch noch ungenutzt: Ermöglicht er doch viele verschiedene Anwendungen auf ein und dem selben Chip. Dieser lässt sich quasi in mehrere, voneinander völlig unabhängige”Tortenstücke“ unterteilen. So könnte ein solcher Chipdank des “All-in-one”-Standards theoretisch nicht nur als Autozug-Fahrkarte, sondern zugleich als Inselkarte, Appartment-Schlüssel oder auch als Eintrittskarte für Schwimmbad, Aquarium und Meerkabarett dienen. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos.
So muss der Chip auch keineswegs die Form einer Plastikkarte haben, sondern kann ebenso gut als Schlüsselanhänger oder sogar als Armbanduhr dienen. Entscheidend sind die darauf gespeicherten Karten, die ohne direkten Kontakt aus einer Entfernung von mehren Zentimetern vom Lesegerät erkannt werden und die sich sogar durch die Buchung per Internet aktivieren lassen.”Man sollte auf Sylt verstehen, dass sich durch diese Technik eine große Chance bietet, den Service für Gäste zu verbessern“, findet Andreas Lipka von der DB AutoZug , die natürlich gerne weitere Partner mit auf ihre Karte nehmen würde. Lipka: ”Diese Entwicklung wird kommen, egal ob man es will oder nicht.“ Eine Einstellung, die auch von Wennigstedts Kurdirektor Erik Mannstedt geteilt wird, der das System bereits mehrfach in Asien kennen gelernt hat und es “brilliant” findet: “Es wäre ideal für eine Sylt-Card, weil man den Chip für die unterschiedlichsten Sachen nutzen kann.”
Da es für eine Nutzung als insuläre Gästekarte noch rechtliche Hindernisse gibt, die es zunächst von der Landespolitik auszuräumen gilt, sieht Mannstedt zunächst einmal die insuläre Privatwirtschaft am Zuge. “Die Technik ist so innovativ und sie funktioniert - man muss sie also nur nutzen.” Um die Gäste schon einmal daran zu gewöhnen, will Wennigstedt die Chipkarte demnächst als träger der Gästekarte nutzen - zunächst jedoch ohne den elektronischen Chip zu nutzen.
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