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28. März 2000
Badische Zeitung

 

Chipkarte ersetzt Schülerfahrschein

Ticket-Station: Südbadenbus GmbH startet , unterstützt von der Sparkasse, ein einjähriges Pilotprojekt am Kenzinger Gymnasium

KENZINGEN. Die 1075 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kenzingen beteiligen sich an einem Pilotprojekt. Gestern startete der einjährige Probelauf für die "Ticket Station" und ein automatisiertes Abrechnungsverfahren für Fahrkarten der Schülerbeförderung. Chipkarten sollen in Zukunft die Fahrscheine ersetzen.

 

Der Startschuss für das Pilotprojekt fiel im Foyer des Gymnasiums Kenzingen. Dort stellte die Südbadenbus GmbH (SBG), unterstützt von der Sparkasse Freiburg - Nördlicher Breisgau, einen neuen Automaten auf. Er sei das Ergebnis langjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die bereits mit einem Innovationspreis ausgezeichnet wurde, erläuterte Gert Breidenstein. Der als "Ticket Station" bezeichnete Automat soll nicht nur auf der Chipkarte die monatlich zu erneuernde Fahrberechtigung ausgeben, sondern auch das bisher komplizierte Abrechnungssystem vereinfachen. Gymnasialdirektor Günter Krug sah darin eine Chance, endlich auf das sogenannte "einfache Verfahren" bei der Schülerbeförderung verzichten zu können, das in der Praxis viel Arbeit in die Schulsekretariate brachte.

 

"Mindestens 7000 Scheine werden im Jahr gestempelt und noch einmal ebenso viele Nummern, Beträge und Kreuzchen auf schier endlosen Listen eingetragen, alles natürlich in Handarbeit", erläuterte Krug die in seinen Augen "steinzeitliche" Arbeitsweise. Statt der Ausgabe von Gutscheinen für die Schülerfahrkarten im Sekretariat soll der Ticketautomat die Arbeit leisten: "Ich bitte alle, sich auf das Abenteuer 'Ticket Station' wohlwollend einzulassen", lautet der Apell des Schulleiters.

 

Künftig nehmen die Eltern am Lastschriftverfahren teil und der Automat weiß dann, ob Beträge eingegangen sind. Die Schule stellt nur noch eine Stammkarte mit den Daten des Schülers aus. Sie wird auf die Ticketstation gelegt und damit die Chipkarte wieder für den nächsten Monat aufgeladen. Da die Busse und Bahnen aber noch nicht mit den dazu passenden Lesegeräten ausgestattet sind, gibt der Automat zunächst auch noch eine Fahrkartenquittung, die der Schüler vorzeigen kann.

 

Das Interesse am Pilotprojekt war groß. Landrat Volker Watzka und sein Stellvertreter Volker Stratz waren gekommen, ebenso Vertreter des Busunternehmens, der Sparkasse und der Stadt Kenzingen als Schulträger sowie die beiden Landtagsabgeordneten Marianne Wonnay und Alfred Haas. Landrat Volker Watzka testete die Ticket Station als Erster. Er freut sich, dass das Pilotprojekt im Landkreis Emmendingen stattfindet und zwar zuerst am Gymnasium Kenzingen und in zwei Monaten auch in einer weiteren Schule, der Grund- und Hauptschule Freiamt-Mußbach.

 

Der Test soll zeigen, ob die Ticket Station für die Verwaltung zweckmäßiger, für die Schüler sicher und praktisch ist. "Ihr seid ausgesucht, darüber zu entscheiden", betonte Sparkassendirektor Horst Kary die Rolle der Kenzinger Musterklassen bei dem bundesweit einmaligen Projekt. Nach dem einjährigen Versuch könnte die Chipkarte Mehrfachfunktionen erhalten, als Schülerausweis oder bargeldloses Zahlungsmittel.


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