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Ausgabe 11-12/04 (49. Jahrgang)
Stadtverkehr, Stefan Göbel

 

Anschlüsse sichern mit dem GSM-basierten Echtzeit-Informationssystem ISB

Die Sicherung von Anschlüssen gehört zunehmend zu den erwarteten Eigenschaften eines guten Nahverkehrsangebots. Verschiedene Verkehrsunternehmen haben mit Anschlussgarantien gute Erfolge in der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung erzielt. Kommt es zu Fahrplanabweichungen, benötigt das Fahrpersonal präzise Informationen, um erkennen zu können, ob ein Anschluss gesichert werden kann oder nicht.

 

Die Freiburger highQ Computerlösungen GmbH bietet ein Anschlusssicherungssystem, dass mit geringen Investitionen eingerichtet werden kann. Das Informationssystem Bus (ISB) wird seit Februar 2004 durch die SüdbadenBus GmbH (SBG) für die Sicherung von Anschlüssen Zug-Bus eingesetzt. Entwickelt von highQ in Zusammenarbeit mit der SBG und IT-Experten der Deutschen Bahn – die SBG ist eine Tochter der Bahn – nutzt das System ohnehin bereits vorhandene Soll- und Istdaten zur Ermittlung gefährdeter Anschlüsse. Das Entwicklungsziel, mit wenig Infrastrukturaufwand auszukommen, wurde erreicht, indem man fahrzeugseitig auf GSM-fähige Endgeräte, z.B. Mobiltelefone zurückgreift und für die Datenübertragung auf Kurznachrichten (SMS) setzt. Die Busse wurden mit einer Freisprecheinrichtung und die Fahrer mit einem Mobiltelefon ausgestattet.

 

Derzeit melden sich täglich 50 bis 70 Fahrer zu Dienstbeginn am Informationssystem Bus an, im kommenden Jahr sollen es bereits 300 sein. Die Anmeldung mit Dienstplannummer kann über ein SMS oder per Anruf erfolgen, wobei im letzteren Fall gar kein gebührenpflichtiges Gespräch zustande kommt. Die Entwickler legten auf einfache Bedienung des Systems Wert, um einen umfassenden Einbezug der Fahrer in die Anschlusssicherung zu erreichen. Ist die Anmeldung erfolgt, wird das Fahrpersonal automatisch nur mit den jeweils relevanten Verspätungsmeldungen versorgt. Das System in der vorliegenden Form, d.h. zur Anschlussicherung von Bussen an ggf. verspätete Züge, greift auf die Soll-/Istdaten der Deutschen Bahn und die Plandaten des Busverkehrsunternehmens zu. Die Zuglagedaten werden über eine Internetverbindung aus dem System RIS Online bezogen. Liegen Verspätungen für einen bestimmten Bahnhof vor, sendet das System über einen Mobilfunkbetreiber die Zuglageinformation an die betroffenen Busfahrer an der Haltestelle. Dazu erhält der Mobilfunkbetreiber die Mobilnumer des Busfahrers sowie den Textinhalt via GSM-Modem. Daraufhin wird die Verspätungsmeldung als SMS auf das GSM-fähige Empfangsgerät des Fahrers übertragen. Dabei kann ggf. die Empfangseinheit des Fahrscheindruckers im Bus genutzt werden.

 

Zum Betrieb des ISB-Systems wird ein Server vom Typ MS Windows® 2000 oder 2003 benötigt. Möchte man sich über die verfügbare Benutzeroberfläche einen netzweiten Überblick der aktuellen Verkehrslage verschaffen, wird ein Arbeitsplatz MS Windows 2000® oder MS Windos XP® benötigt. Über ein Kommunikationsmodul kann der Bediener dann eigene Kurznachrichten an einzelne Fahrer oder Gruppen senden.

 

Insbesondere für kleinere oder regional strukturierte Verkehrsunternehmen interessant ist die Möglichkeit, mit dem ISB ein kostengünstiges, komplett GSM-basiertes RBL-System zu realisieren.

 

SG

 

Anschluss-Sicherung Zug-Bus auf SMS-Basis: das Team von highQ präsentierte sie auf dem Messestand auf der InnoTrans.

 


Autor: EK-Verlag GmbH, Herr Stefan Göbel
Quelle: Fachzeitschrift Stadtverkehr, Ausgabe 11-12/04, Seite 45
Herausgeber: www.stadtverkehr.de


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